Montag, 28. September 2009

Zipwire und Schlafen

huhu,
liebe Grüße aus Schottland ;-)
Die letzte Woche war wirklich sehr spannend für mich. Hab quasi alles verschlafen. War nämlich erneut krank und obwohl ich arbeiten wollte, bin ich zweimal ins Bett geschickt worden. Man merkt, ich bin typisch deutsch: Wir sind erst krank, wenn wir nur noch aus dem Bett kriechen können. Naja, so schlimm war es bei mir nicht :D
Also hab ich die letzten drei Tage mich ergeben und bin brav im Bett geblieben oder auf der Couch.
Obwohl Couch nicht so gesund für mich ist, fürchte ich.
Gestern hab ich dort geschlafen, als ich plötzlich Stimmen vernahm.
"This is the staff room .... and a sleeping person." ANNIE! "That must be Iiiiiiiiwa. Yes!" Ich grummel. Umdreh. Nein. Ich bin nicht ansprechbar. Bis ich geschnallt habe: Oh, Annie redet mit wem. Also zwei Personen. Help. Ich setzte mich also auf und sah direkt in das Gesicht eines fremden Mannes. Schon komisch.
Annie, die Retterin der Situation: "Ah, hi. Sorry, we didn´t want to wake you up."
Ich: "Hi..." *Augen reib*
Annie: "That´s Guy." *auf Mann deut*
Ich: "Hi." *durch Haare fahr und im Boden versinken will"
Annie: "That´s Iiiiwa"
Ja, wunderbar. Toller erster Eindruck, den er haben musste: Total vermatschtes deutsches Mädel auf Sofa und kriegt kaum einen Ton raus.

Naja, auf jeden Fall sind sie dann raus. Juhu. Ich bin dann leider nochmal eingeschlafen. Ging auch gut, bis Nick reinkam.
"Hey, All right!" *halb auf mich schmeiß"
"Aaaaaha!" *Füße einzieh*
"You don´t feel weel, right?"
"Hmmmmm" *Kopf zurücklehn*
"Hey, Smile!" *Mich an meinen Füßen kitzelt*
naaaaaaaaaaaa wunderbar....
Ich bin dann letztendlich geflüchtet, als Guy wieder reinkam und sich an meinen Namen erinnern konnte...
FAZIT: Schlafe niemals in dem Staff Room .... :D

Was sonst?
Ah ja, ich hab ZipWire auspropiert. Ist zwar schon eine Woche her, aber egal. Hat seine Zeit gebraucht bis ich mich davon erholt habe. Zipwire ist nichts anderes wie so ne Seilbahn in 6m Höhe ohne Kabine, d.h. du bist an ein Seil gefesselt und braust den Berg an einer Wäscheleine gehängt hinunter. Das kommt echt gut, wenn man panische Höhenangst hat. Hmm, nachdem aber alle mir versichert hatten, dass es ein toller Spaß ist, hab ich es eben auch versuchen wollen/müssen. Mal ehrlich, für mich war die Leiter zum Podest-Ding schon hoch genug! Auf jeden Fall empfing mich Nick (wer sonst? :D ) mit einem breiten Grinsen. Naja, erst nachdem ich ihm nicht mehr mit der Taschenlampe ins Gesicht leuchtete ;-) ... Erklärte mir ein paar Sachen, von denen ich weniger als die Hälfte verstand und die andere Hälfte nicht mitbekam, weil ich nach unten zum Boden starrte. Keine Überraschung, dass er mir ständig sagte: "Ewa, look into my face." Ja, und dann ging es ans fesseln. Sämtliche Karabiner wurden an mir angebracht, die ich nachher in schwindelerregender Höhe alleine (!) und in tiefster Nacht (!) lösen sollte. Dann verlangte er, dass ich mich auf einen Hocker oder was auch immer stellte. Ähm, ne! Okay, Notlösung. "I hold you. Lift your feet in the air." Aaaaha. Klar. Okay, das ging noch. Dann wollte er, dass ich sie auch noch über die Leiter halte. In die Luft. Nur an das Seil gehängt. Naja, ich hab mich natürlich an seinen Arm gekrallt. :D ... War ja nichts anderes da. Und dann sagte er etwas wie: "I don´t let you go before you say >Ready< . Okay? Do you trust me?" Und ich dummes Mädel nicke natürlich. Klar, vertrau ich ihm. Why not? Naja, Füße wieder in die Luft und langsam vorgetastet. Und dann gab er mir einen Schups und ich war weg. Hatte ich mein "Ready" überhört??? Das ganze Theater nach unten dauerte dann ca. 23 Sekunden. Lang genug um Panik zu haben. Ich hab mich an die rote Schlaufe gekrallt, die mir Nick in die Hand gedrückt hatte und Augen zu. Unten angekommen, hörte ich nur noch Ians Stimme. Tasche runterwerfen. Alles klar, kein Problem. Naja, eig schon. Ich musste ja schließlich eine Hand loslassen. Nächste Aufgabe: Löse den grünen Karabiner. Oh, Hilfe. Er wollte nicht aufgehen. Von unten hörte ich Annie rufen: "Use both hands!" War ich denn verrückt? Auf keinen Fall. Naja, nach drei endlosen Minuten und weiteren Rufen von meinen Zuschauern ging das Ding endlich auf. Danach: Zieh das schwarze Ding, Griff oder so, zu dir. Langsam. Okaaaaaaaaaay. Nichts geschah. Noch einmal weg und zu mir hin. Absolut nothing. Angst. Irgendwann hatte dann Annie oder so die Erleuchtung: Sie darf sich nicht an der roten Schlaufe festhalten. "Let it go!" NIEMALS!!!! Ich glaub, dann begannen auch noch Roger und David mit an zu rufen. Und auch Daniela bekam den Auftrag, mir in deutsch die Sachen zuzurufen. Jap, ich weiß, ich hab ein Talent für solche Auftritte. Oh, dear. Ja, ich hab dann losgelassen. Und es funktionierte. Endlich. Obwohl das Abseilen dann auch noch einmal ein Akt war. Ich konnte mich ja nicht mehr an meiner Schlaufe festhalten. Unten musste ich mich erstmal setzen. Meine Hände und Beine und alles haben so gezittert. Als ich Nick zwei Minuten später wiedersah, fragte er mich nur: "A lot of fun, right?" Aaaaah, klar. Man muss es eben mögen :D Naja, genug von meinen wunderbaren Erfahrungen hier. Zum Schluss gibt es noch ein paar Bilder meiner Nachbarschaft. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ihr ja noch gar nicht wisst, wo ich wohn :D

Hier erst einmal unser Willkommensschild...
Das ist das Main House.
Das Coach House. Dort lebe ich. Gleich der erste Raum von rechts :)
Der anliegende See... Ist ziemlich klein. Reicht aber :D
Und unser Garten. Klein, aber Oho ;-)
Das ist der Kletterbaum. Auf den dürfen die Kids unter Beobachtung eines Instructors klettern.
Unser Parkplatz :D

Wenn man nach dem kleinen See ein wenig weitergeht, gelangt man zu einer solch schönen Landschaft :)





Donnerstag, 24. September 2009

London

Hi,
sry, dass ich solange nicht mehr geschrieben hab. Aber jetzt umso mehr, denn es ist wirklich eine Menge passiert.
Zum einem bin ich von einer TFG-Konferenz zurückgekehrt. TFG steht für "Time for God" und dabei handelt es sich um meine Aufnahmeorganisation. Meine deutsche Entsendeorganisation sind die Evangelischen Freiwilligendienste für junge Menschen FSJ und DJIA gGmbH (Puh, was für ein langer Name... Aber er wurde uns ja nicht umsonst oft genug gesagt. Denn ich bin nicht von der Diakonie geschickt worden ;-) ) Zurück zu London: Ich bin zusammen mit Daniela dorthin gefahren. Max musste arbeiten. Die Zugfahrt dauerte wirklich ewig. Sieben Stunden wenn ich mich nicht irre. In London angekommen, mussten wir auch noch den Weg zum Centre finden. Wer mich kennt weiß, dass ich zu dem Zeitpunkt wirklich ziemlich nervös und voller Panik war :D Ich und mein Orientierungssinn... Aber wer glaubt es? Wir haben den Weg sofort gefunden... Aber erst nachdem ich mich mutig durch mindestens 100 Menschen gefragt hatte.
Joa, das Centre hatte den leichten Anschein eines Gefängnisses. Man musste durch drei Türen um hineinzugelangen und durfte nie seinen Schlüssel vergessen. Das Zimmer hab ich mir dann mit Hye-Mi (Sry, wenn es falsch geschrieben ist) einem wirklich lieben netten Mädel aus Korea geteilt. Jeden Morgen gab es kleine Andachten, die ich hin und wieder verlassen musste, weil mich mein dummer Husten übermannte. Ich sollte mir echt mal Bonbons oder sowas kaufen. Egal. Wir hatten jede Menge Vorträge zu überstehen: Culture, Culture-Shock, You and Your Volunteering (Teil 1, 2 und 3) usw. Teilweise waren sie echt wichtig und informierend, bei anderen handelte es sich doch nur um eine Wiederholung der deutschen Seminare. Allerdings gab es einen grooooßen Unterschied zu den deutschen Seminaren: Wir hatten auch während des Tages teilweise viel Freizeit. Leider regnete es und wir konnten mangels einer Regenjacke nirgendswohin. Ja, ich weiß, ohne Regenjacke nach Schottland zu reisen grenzt an Dummheit. (Achja, in Schottland schien übrigens die ganze Zeit die Sonne... Um es mit Davids Worten zu sagen : WUNDERBAR. ) Aber langweilig wurde es uns in dieser Zeit trotzdem nicht, denn wir mussten uns ja auf unseren bunten Abend vorbereiten. Wir waren in drei Gruppen eingeteilt worden: Singen, Tanzen und Schauspiel. Ich war in der Tanzgruppe mit dem Auftrag: Darstellung eines Schottischen Tanzes... Wir probten deshalb einige Weile. Aber bei Weitem nicht so lange wie die zwei anderen Gruppen, die sich selbst noch Texte zu schreiben hatten. Der bunte Abend wurde ein voller Erfolg: Über unsere schottischen Tanzversuche, das Drama der Freiwilligen Romeo und Juliet oder "The happy volunteers" wurde nichts ausgelassen. Wir lachten viel und es machte allen großen Spaß.
Wirklich schön fand ich es, dass dort andere Deutsche waren, die ich schon in Deutschland lieb gewonnen hab. *knuddelt alle mal ganz lieb*
Aber auch die neuen Bekanntschaften will ich nicht missen. Niemals werde ich Sujin und ihre Versuche meinen Namen auszusprechen ("Eeeeee-pfa") , die Stunden mit Peter und der Gitarre, die Diskussion über Gott und Religion (die mehrere Stunden andauerte) und vieles mehr vergessen. Ich bin wirklich froh euch kennen gelernt zu haben und ich hoffe, der Kontakt hält... Wenn nicht, wir sehen uns im Januar in Wales :D
Und nun noch einige Fotos von London:








Dienstag, 8. September 2009

Day Off - Und nun?

So, hier bin ich wieder. Ich hatte gestern und heute meine freien Tage. Allerdings waren sie nicht sooo spannend. Da das Compass Christian Cente recht abgeschieden liegt (30 Minuten Fahrt von der nächsten Ortschaft entfernt), ist man ziemlich abhängig von anderen, die ein Auto besitzen oder fahren können. Allerdings so jemanden zu erwischen ist auch sehr schwer. Hier arbeiten viele, die keinen Führerschein haben. Außerdem sollte diese Person dann an dem besagten Tag, wo man weg will, auch frei haben und ein wenig Bereitschaft und Lust am wegfahren sollte ja auch nicht schaden. Es fährt auf jeden Fall auch ein Bus. Leider habe ich noch nicht ganz begriffen, wann und wo er fährt. Egal. Krieg ich noch raus.
Diese zwei Tage habe ich jedenfalls sehr intensiv genutzt, um meine Erkältung loszuwerden, was auch halbwegs geklappt hat. Ansonsten hab ich unsere nette Wand von toten Spinnen gesäubert und meine Sachen ausgeräumt. Jetzt kann ich mich wirklich wie Zuhause fühlen. Dann hab ich noch einen Rundruf in der Familie gemacht, der heute fortgesetzt wird. Christiane, Sabine, nehmt euch in Acht. :D ... Hmm, ja, ansonsten hab ich ein neues Buch begonnen (Das Spiel des Engels- Carlos Ruiz Zafón ... Sehr empfehlenswert)... Gestern haben wir noch einen Film geschaut auf der großen Leinwand, weil keine Gäste da waren. Juhu. Kinofeeling.
Morgen muss ich wieder arbeiten. Habe Evening Duty (von 2-10:30) ... Das wird wieder ein langer Tag. Mal sehen, ob ich ihn meistern werde :D Aber ich denke schon...
So, ich will dann mal meine lieben Cousinen anrufen, die werden mich bestimmt schon vermissen :D
Bis dann

Samstag, 5. September 2009

Eine aufregende Woche

Hi Leute,
ich habe eine wirklich aufregende erste Woche erlebt.
Ich beginne am besten mal bei meinem Zimmer, was ich euch noch gar nicht gezeigt habe. Es ist sehr groß und mit vielen bunt zusammengewürfelten Möbeln bestückt. Nach meinem heutigen Zimmerputz (ja, ich bin in der Lage zu putzen :P) sieht es gar nicht mehr soooo schlecht aus... Jedenfalls ist es sauber :D
Leider hatten wir in den ersten Tagen ein ziemlich großes Loch in der Wand, was bedeutete, dass es nachts recht zugig war. Aber Kim hat es jetzt weggemacht und ich könnte wieder halbwegs schlafen, wenn ich jetzt keine Halsschmerzen hätte. Tja, so ist das Leben :D


Am Montag waren wir jedenfalls mit Danis Family in Edinburgh. Oh, das ist eine wirkliche tolle Stadt. Wir besichtigten das Schloss. Es ist gigantisch. Leider verbrachten wir dort fast drei Stunden und wir hatten dann noch kaum Zeit den Rest Edinburghs anzuschauen. Also sind wir nur einmal die Straße runter und wieder rauf gelaufen. Oh, das war so toll. Dort fand ein Festival statt und viele Straßenkünstler waren am Werk. Wer mich kennt, weiß, dass ich von diesen Menschen magisch angezogen werde. Also bin quasi alle 10 Meter zu einem neuen Künstler gerannt. Ich denke, ich bin den anderen ein bissel auf die Nerven gefallen. Sorry :D
Aber es war so cool.


Am Dienstag begann ich dann zu arbeiten. Küche. Ich bin wohl jetzt schon ein Meister im Geschirr abtrocknen und wegräumen, Boden kehren, schrubben, mobben, staubsaugen und Klo putzen. In zwei Wochen darf ich dann mit den Outdoor Activities helfen. Juhu.
Ein Tag von mir kann im Moment so aussehen:

7:30 - Küche, Frühstück für die Gäste vorbereiten und danach abwaschen
9:30 - Die Mitarbeiter treffen sich im Staff Room. Jeden Tag hat immer ein anderer die Möglichkeit seine Gedanken mit den anderen zu teilen. Das kann zum Beispiel durch eine Bibelstelle, einen Brief, ein Lied oder so sein. Danach wird gebetet. Es ist sehr anders denn das, was ich von Deutschland kenne. Zum Beispiel falten sie hier nicht die Hände. Jeder kann das Wort ergreifen und beten.
10:00 Frühstück
10:30 Küche aufräumen und helfen das Mittagessen zuzubereiten. Mittagessen servieren und nachher abwaschen
1:00 Mittagessen und dann gleich weiter Küche
2:00 geschafft ... endlich frei
5:00 welch eine Überraschung: Küche. Abendbrot zuzubereiten, servieren, abwaschen.
7:00 Endlich Feierabend...

Natürlich gab es in dieser Woche auch Abwechslung. Einmal war ich für Daily Cleaning eingeteilt. Was eigentlich nichts anderes bedeutete, als sich durch sämtliche Badezimmer zu arbeiten. Ich folgte deshalb David wie ein Schatten. Es war ganz lustig. Ansonsten hab ich noch einmal Wäsche gefaltet. Das war es aber dann auch schon. :D

Unsere Arbeitskleidung sieht naja aus und besteht aus karierten dünnen Stoffhosen und einem T-Shirt. Da soll man wohl gesund bleiben? :D


So ich hör mal auf und genieß meinen freien Tag.
Bis Bald